ADFC Rodgau Pressemitteilung vom 1. März 2008
Wer sein Rad liebt, sollte es gut sichern
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Täglich werden in Deutschland etwa 1.000 Fahrraddiebstähle angezeigt. Fachleute schätzen, das tatsächlich fünf- bis achtmal so viele Fahrräder gestohlen werden. Der Schaden durch Fahrraddiebstahl betrug 2006 in Deutschland stolze 121 Mio ?. Die Aufklärungsqoute liegt bei mageren 10%. Doch woran liegt das? Vielen Anzeigeerstattern kommt es in erster Linie darauf an, eine Bescheinigung für ihre Diebstahlversicherung zu erhalten, aber nur wenige können Angaben zum geklauten Fahrrad machen. Andere hoffen darauf, dass ihr Fahrrad wiedergefunden wird. Was kann man also tun, um den Fahrradklau zu vermeiden? Dieser Frage ging Lothar Diederich vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Rodgau nach. Folgende Tipps sollte man zur Vermeidung beherzigen:
- Kaufbeleg und Foto vom Fahrrad gut aufheben. Am besten alle Details am Fahrrad notieren - auch wenn diese erst später dazukamen
- Das Fahrrad "individualisieren" - mit besonderen Merkmalen, die nicht so leicht zu entfernen sind. Das macht das Fahrrad einzigartig, leicht identifizierbar und damit schwer verkäuflich
- Anschließen statt nur Abschließen. Rahmen sowie Vorder- und Hinterrad des Fahrrads sollten an einen festen Fahrradständer oder an fest verankerte Gegenstände angeschlossen werden - auch wenn man das Fahrrad nur kurz alleine lässt. Das Objekt sollte hoch genug sein, damit man das Fahrrad nicht einfach mitsamt Schloss darüberheben kann. Voraussetzung ist natürlich ein sicheres Schloss. Mindestens 10% des Wertes des Fahrrades sollte man in eines oder mehrere gute Schlösser investieren. Zu empfehlen sind hochwertige Bügelschlösser, Panzerkabelschlösser, Faltschlösser und Kettenschlösser.
- Codierung.
Der ADFC Rodgau bietet mehrmals im Jahr diesen Service an. Der nächste Termin in Rodgau ist am 8. März von 10-15 Uhr in der Radsporthalle in Jügesheim, Elbinger Straße. Neben dem Fahrrad Personalausweis und Kaufbeleg nicht vergessen. Die Codierung kostet 10-15 Euro und ist ein spanabhebendes Verfahren bei dem verschlüsselt die Anschrift und die Initialen des Besitzers in den Rahmen eingefräst werden. Eine Codierung verhindert den schnellen Weiterverkauf. Codierte Fahrräder sind daher für den "schnellen Euro" uninteressant.
- Nicht immer am gleichen Ort abstellen: Wer sein Fahrrad immer am gleichen Standort anschließt und es dort über Stunden stehen lässt, gibt Dieben nützliche Informationen, wann sie sich ungestört an ihre Beute heranmachen können. Öfter mal den Ort/Mast wechseln, beugt vor.
- Öffentlichkeit: Das Fahrrad nicht an einsamen Plätzen oder uneinsehbaren Straßen abstellen. Diebe wissen um die Vorteile unbeobachteter Plätze.
- Das Fahrrad unattraktiv machen: nichts für Ästheten, aber wirkungsvoll - das Fahrrad optisch verschandeln. Teure Scheinwerfer leuchten auch mit Furchen im Gehäuse, Klebeband an manchen Teilen täuscht Defekte vor, rostige Drähtchen täuschen rostige Stellen vor, ein ungepflegtes Äußeres rundet den unattraktiven Eindruck ab.
- Das Fahrrad immer neben einem attraktiver aussehendem und schlechter gesichertem Fahrrad abstellen.
- Laufräder und Sattelstützen mit Schnellspanner austauschen gegen Inbusschrauben oder das System "Pitlock". Ein Schnellspanner ist in der Regel für die meisten Radfahrer entbehrlich.
Die Fahrraddiebe sind fast alle männlich, zwei Drittel sind unter 21 Jahre alt, ein großer Teil geht sogar noch zur Schule. Sie stehlen da, wo sie wohnen. Ein großer Teil des Fahrraddiebstahls ist Beschaffungskriminalität: Drogensüchtige stehlen Fahrräder, um sie schnell zu Geld zu machen. Von ihren Hehlern bekommen sie nur 10 oder 20 Euro pro Rad - sie müssen daher einige Räder stehlen. Ein Fahrraddieb schaut daher in der Regel, welche Räder am einfachsten zu klauen sind, nicht welche den höchsten Wert haben. Oft sind hochwertige Fahrräder zudem besser gesichert. Viele Räder sind entweder gar nicht oder nur unzureichend gesichert: Mit einem Ringschloss am Hinterrad, das das Wegtragen nicht verhindert, oder mit einem dünnen Kabelschloss (in Fachkreisen auch "Geschenkband für Diebe" genannt, das mit einem Seitenschneider durchzukneifen ist. Die einfachsten Drahtseilschlösser lassen sich sogar ohne Werkzeug knacken. Aber auch stärkere Drahtseil- oder Spiralschlösser sind zu überwinden. Entweder knabbert der Dieb das Drahtseil Stück für Stück mit einer scharfen Zange durch, oder er benutzt einen Bolzenschneider. Der passt unter die Jacke und schneidet Drahtseile, die zwischen seinen Schneiden zu packen bekommt, mit einem Schnitt durch. Der typische Fahrradmarder sucht sich seine Beute danach aus, dass sie leicht und schnell (in 2 - 3 min) zu knacken ist.
Gute Schlösser kosten Geld und sind schwer. Doch je leichter ein Fahrrad ist, desto schwerer sollte das Schloss sein. In Deutschland gibt es 3 bekannte Hersteller: Abus, Trelock und Kryponite. Diese haben jeweils eigene, nicht vergleichbare Schutzstufen konzipiert.
Wenn der Dieb das Fahrrad nicht für den eigenen Gebrauch mitgenommen hat, kann es schon am nächsten Morgen auf einem Flohmarkt stehen. Zu der Zeit liegt der Fahrradbesitzer vielleicht noch im Bett und weiß noch nicht einmal, dass sein Rad verschwunden ist. Es gibt Fälle, dass in einer Viertelstunde ein gestohlenes Mountainbike vom Dieb an den Hehler und vom Hehler an den Kunden weiterverkauft worden ist.
Wer also auf dem Flohmarkt oder über Inserat ein vermeintliches Schnäppchen sieht - Vorsicht! Zur eigenen Absicherung sollte man sich den Ausweis des Verkäufers zeigen lassen und dessen Namen und Anschrift notieren. Denn was will man der Polizei erzählen, wenn man auf einem abhanden gekommenen Rad von der Polizei angehalten wird? Wer gestohlene Räder kauft, hält den Absatzmarkt in Gang. Nur wo Nachfrage ist, lohnt es sich für die Täter, immer weitere Räder zu stehlen und anzubieten. Weitere Infos gibt es im Internet: www.adfc.de/4510_1
Weitere Informationen zu den Aktivitäten des ADFC Rodgau sind im Internet unter www.adfc-rodgau.de zu finden.
Pressefotos
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ADFC Rodgau e.V., c/o Stefan Janke
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