Impressum 
 
 Home  Über uns  Termine  Tourenprogramm  Codierung  Seminare  Gästebuch  Links  Sitemap 
ADFC Rodgau Pressemitteilung vom 12. August 2009

Fahrrad-Ausflüge mit Grundschulkindern - der ADFC zeigt wie es geht und geht mit gutem Beispiel voran

Seit es den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Rodgau gibt, solange gibt es auch schon Überlegungen des Vorstands, wie man Kinder zum Radfahren bringt, ihnen zeigt, wie toll Radfahren ist. Seit Jahren erreichen den ADFC dagegen Schreiben von Grundschulen, doch bei der Projektwoche mitzumachen. Doch leider sind diejenigen beim ADFC, die mit Kindern arbeiten wollen, alle Vollzeit berufstätig und brauchen den Erholungsurlaub. Auf der anderen Seite bewegen sich zu viele Kinder zu wenig und zu uneigenständig. Fahrrad-Ausflüge werden nicht von allen Familien unternommen und bei der Radfahrprüfung in der 4. Klasse haben nicht wenige Kinder dann Probleme. Auf der anderen Seite werden nach Ansicht des ADFC die Kinder heute "überbehütet" und so in ihrer psychomotorischen Entwicklung gehindert. Dagegen möchte der ADFC Rodgau was tun.

Lange Zeit konnte sich auch Stefan Janke, der Vorsitzende des ADFC Rodgau, nicht vorstellen, dass man mit Grundschulkindern jeden Alters tolle Ausflüge auf dem Fahrrad machen kann. Animiert durch die Erfahrungen mit der eigenen - mittlerweile schulpflichtigen - Tochter konnte dann doch das Angebot zur Projektwoche im Mai 2009 an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dudenhofen starten - für die eigene Tochter die Urlaubstage "opfern" war OK. Die Klassenlehrerin, Gabriele Muth, machte auch mit, so dass schon mal die bitter nötige 2. Person dabei war. Für einen erfahrenen ADFC-Tourenleiter und Vater einer Tochter im Grundschulalter war es denn auch kein Problem, die Touren so auszuarbeiten, dass die Gruppe auch immer zur rechten Zeit wieder zurück war, die Strecke so ausgewählt war, dass sie für die Kinder leistbar und fahrbar war und Spielplätze und andere Attraktionen dabei waren. Die Resonanz seitens der Schüler war überwältigend - es musste sogar einigen Schülern abgesagt werden. 16 Kinder blieben übrig (10 Jungen, 6 Mädchen, 6 Erstklässler, 4 Zweitklässler, 6 Viertklässler).

Das Fazit des ADFC-Chefs: die Kinder haben allesamt sehr positiv überrascht. Es gab keine Pannen, kein Gemurre oder technische oder körperliche Ausfälle. Es gab zwar täglich "Unfälle", wo mal ein Schutzblech wieder geradegebogen werden musste oder ein Kind nach dem "Andocken" beim Vordermann sanft vom Rad fiel. Aber alles in allem fuhren die Kinder diszipliniert hintereinander im gleichen Tempo. An 3 Tagen gab es noch Unterstützung durch eine engagierte Mutter, an zwei Tagen war dies Inge Grimm. Natürlich mussten die Kinder in einer feste Reihenfolge hintereinander fahren, sonst wäre es ein Chaos geworden. Mit diesem langen Tross fiel die Gruppe nicht nur auf (was auch ein guter Schutz war), sie bekam bewundernde Blicke, Leute staunten vom Balkon herab, andere Radfahrer gaben anerkennende Kommentare, Autofahrer und auch Busfahrer ließen die Gruppe geduldig trotz der langen Schlange über die Kreuzungen passieren. Anfangs wurden Ampeln zur Überquerung größerer Straßen bevorzugt, aber nachdem sich die Gruppe einmal mit 19 Leuten auf eine Verkehrsinsel gequetscht hatte, war letztendlich die freie Überquerung schneller und oft auch sicherer. Am ersten Tag wurden zunächst die Fahrräder inspiziert - es musste oft Luft in die Reifen gepumpt werden - und anschließend wurde geprüft, ob die Helme der Kinder richtig eingestellt waren. Nach dem Eingewöhnungstag mit 18 km rund um Dudenhofen - was sehr anstrengend, da ungewohnt, für die Kinder war; immer im gleichen Tempo und voll konzentriert, um nicht auf den Vordermann aufzufahren - konnten am nächsten Tag dann Ziele wie Zellhausen/Seligenstadt (22 km), der Waldspielpark Hausen (23 km) und der Wingertsturm Dietzenbach (20 km) angeradelt werden. Wichtig war die erste Spielplatzpause nach etwa 6 Kilometern. Die Kindern haben ihr Frühstücksbrot dann sehr nötig gehabt und freuten sich aufs Toben. Tag für Tag bekamen die Kinder mehr Kondition und der Ehrgeiz nach den gefahrenen Kilometern wurde größer. Ziele wie Frankfurt standen auf einmal auf der Wunschliste, doch das war in 3 Stunden inkl. mehrerer Pausen nicht zu schaffen. Doch nicht nur für die Kinder war es anstrengend. Auch die "Crew" war danach "fertig". Aber es hat sich gelohnt - für die Kinder, für die Schule und für die mitfahrenden Erwachsenen. Erschreckend aber, wie wenig sich manche Kinder in der Umgebung auskennen und Seligenstadt des Mains wegen mit Offenbach verwechseln.

Aufgrund der überaus positiven Erfahrungen möchte der ADFC Rodgau den Lehrerinnen und Lehrern an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen Mut machen, solche Fahrradausflüge selber mal mit ihren Klassen zu machen und genauso Eltern ermuntern, öfters Fahrradausflüge mit ihren Kindern zu unternehmen und den Kindern so eine ausreichende Übung und Erfahrung bei der Beherrschung des Fahrrades und beim Verhalten im Straßenverkehr zu ermöglichen. Gemäß einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sind die Zahlen der verunfallten Kinder im Straßenverkehr als selbständige Verkehrsteilnehmer in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Die Hauptgründe waren: Defizite bezüglich der Verkehrsregeln, mangelnde Erfahrung mit Gefahrensituationen und mangelnde Beherrschung des Fahrrades allgemein. Im Auftrag des Ministeriums wurde nun ein Konzept für ein Fahrradsicherheitstraining als Angebot für Klassenfahrten der 5.-7. Klassenstufe entwickelt, das auch auf andere Altersstufen und Projektwochen angewandt werden kann und das als PDF per Email gerne beim ADFC angefordert werden kann. Darüber hinaus finden sich weitere Informationen zum Radfahren mit Kindern auf der Homepage des ADFC Rodgau www.adfc-rodgau.de (fahrRADseite). Für Rückfragen steht Stefan Janke (Tel. 06106-826408 und Email stefan.janke@adfc-rodgau.de) gerne zur Verfügung.


radschulausflug01 | radschulausflug02 | radschulausflug03 | radschulausflug04


ADFC Rodgau e.V., c/o Stefan Janke
www.adfc-rodgau.de
© ADFC Rodgau e.V.