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ADFC Rodgau Pressemitteilung vom 03. Juli 2009

ADFC Rodgau zu neuen Radverkehrsprojekten in Rodgau: Stückwerk, Stückwerk und Biotope
Führung des Radverkehrs auf Seitenstreifen und Radfahrstreifen bevorzugt

Viele neue rot markierte Radverkehrsanlagen können in Rodgau bewundert werden. Doch sind die alle sinnvoll? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Rodgau sieht viel Stückwerk und viel Rot, nur keinen roten Faden. Als erstes "Torso" nennt Vorsitzender Stefan Janke den neuen Radweg in Hainhausen, Alfred-Delp-Straße. Trotz massiver Kritik des ADFC wurde der Weg nun gebaut. Dass Fußgänger den Weg zwangsläufig mitbenutzen, da der Gehweg an einigen Stellen viel zu schmal ist (was nach der ab 1. September gültigen Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) nicht zulässig ist), dass es keine Weiterführung in Weiskirchen gibt, sondern der Weg einfach endet, es scheint die Verantwortlichen nicht zu stören. Nach Ansicht des ADFC wäre es besser gewesen, die Fläche als Gehweg zu bauen und dort Radverkehr in Schrittgeschwindigkeit zu erlauben, ebenso auch das Befahren der Fahrbahn.

Den nächsten "Torso" kann man nun in Dudenhofen bewundern. Wer nach Jügesheim auf der Nieuwpoorter Straße radelt, wird nun vom Geh- und Radweg auf die Fahrbahn geführt, darf den Kreisel durchradeln und muss sich dann umständlich wieder an der Fußgängerfurt auf den Geh- und Radweg begeben. Der ADFC Rodgau begrüßt ausdrücklich, dass die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn bzw. dem Radfahrstreifen von der Stadt Rodgau eingesetzt wird. Aber dann sollte es nach Meinung des Clubs nicht so ein kurzes Stückwerk sein. In Gegenrichtung hört der Radfahrstreifen wie vorher auch am Friedhof auf. Froh ist man seitens des ADFC, dass wenigstens die Anregung aufgenommen wurde, weiter das Radfahren auf dem Geh- und Radweg in Gegenrichtung zuzulassen, damit Radler nicht doppelt die Fahrbahn kreuzen müssen, wenn sie später in die Einhardstraße abbiegen müssen.

Ganz im Süden kommt es nun zum Finale: dem Radweg an der L3097. Was viele Leute mangels Kenntnis der StVO nicht wissen: man darf ihn nur in einer Richtung befahren - von Rollwald nach Nieder-Roden. Für die Gegenrichtung ist der Seitenstreifen eine gute Wahl. Und diese Seitenstreifen sind dem ADFC auch lieber als ein mit Leitplanken abgetrennter einseitiger Zweirichtungsradweg oder tiefer liegende Feldwege. Was nämlich viele Planer und Politiker vergessen: nachts blendet das asymmetrische Licht der Kraftfahrzeuge derart, dass dann einige Meter im "Blindflug" bewältigt werden müssen. Leitplanken schaffen keine Sicherheit, verengen aber die lichte Breite des Weges (Tunneleffekt). Und der vom Naturschutzbund (NABU) Rodgau in die Diskussion geworfene Feldweg ist als straßenbegleitender Radweg aus mehreren Gründen untauglich. Zum einen darf der bisherige Radweg an der L3097 gar nicht Richtung Rollwald befahren werden und endet bzw. beginnt erst an der ehemaligen Bushaltestelle. Die Lücke der etwas schmaleren Strecke bis zum Parkplatz wurde auf Anregung des ADFC Rodgau befestigt und das Wartehäuschen entfernt, so dass eine Weiterfahrt bis zur Fußgängerampel als Querungshilfe aus baulicher Sicht möglich wäre. Doch schon der Ampelmast und kurz danach der Mast des Starenkasten stehen mitten auf dem Weg. Ein Netzschluss sieht nach Ansicht des ADFC Rodgau anders aus. Zum anderen ist der Feldweg nicht befestigt, der Boden müsste erst verdichtet werden etc. und er liegt zudem tiefer als die Fahrbahn. Damit wäre im Dunkeln die Blendung der Radler durch entgegen kommende Kraftfahrzeuge garantiert.
Nach Ansicht des ADFC Rodgau sind die Seitenstreifen auf der L3097 schön breit und gut befahrbar, auch Überholvorgänge sind problemlos möglich. Zwar könnte der Wasserabfluss verbessert werden, aber sonst eignen sich die Seitenstreifen hervorragend zum Radfahren - Sommers wie Winters, des Tags oder Nachts.
Dagegen wäre der Weg an der Bahnlinie, den der NABU unbedingt verhindern möchte, kostengünstig fertig zustellen. Beim S-Bahn-Bau bereits als Baustraße genutzt müsste der Boden nicht mehr verdichtet werden. Die Verlängerung des Bahnpfädchens würde die Radler auch gleich in die Ortsmitte von Ober-Roden bringen - anders als die L3097 und der Feldweg. Die Radler vom ADFC können die Argumentation des NABU nicht verstehen. Wenn zu 70-80 S-Bahnen täglich nochmals so viele Radfahrer hinzukämen, sollte das für die Vögel in ihrem Biotop kaum etwas ändern. Auch nicht, wenn die Bahntrasse mit Radweg nochmals 3 Meter breiter wird. Beim ADFC Rodgau fragt man sich, warum die Naturschutzverbände immer das Verkehrsmittel bekämpfen müssen, das am wenigsten die Natur belastet. Erinnerungen an die stets neuen "Hürden" beim Radwegbau nach Babenhausen entlang der L3116 kommen da hoch - und der ist heute nicht mehr wegzudenken. Solch einen Radweg würde sich der ADFC auch an der L3097 wünschen - allerdings zwischen Messel und Darmstadt, wo es nicht einmal Seitenstreifen, dafür aber sehr viel Autoverkehr gibt.

ADFC Rodgau e.V., c/o Stefan Janke
www.adfc-rodgau.de
© ADFC Rodgau e.V.