Bericht vom 2. digitalen Radlertreff Heusenstamm

Auch der 2. digitale verkehrspolitische Radlertreff in Heusenstamm verlief aufschlussreich und mit guter Beteiligung

Am Montagabend, 14. März 2022 fand der zweite virtuelle Radler Stammtisch Heusenstamm mittels des Videokonferenzsystems „ADFC-Jitsi-Meet“ statt. Zugeschaltet hatten sich über 20 Rad-Interessierte. Roland Heidl übernahm die Organisation und die Moderation. Die Redaktion der Offenbach-Post war durch Barbara Scholze vertreten.

Alle Anwesenden kamen zu Wort, so dass die Vielfalt der Meinungen und Empfindungen zum Thema Radverkehr in Heusenstamm gut repräsentiert wurde. Da beim letzten Stammtisch über mögliche Unfallschwerpunkte gesprochen wurde, hatte sich Roland Heidl zwischenzeitlich bei der Polizei in Heusenstamm erkundigt. Ausgewertet wurden die drei Jahre 2019 bis 2021. In diesem Zeitraum gab zehn Unfälle mit Fußgängern im Stadtgebiet. Mit involvierten Radfahrern sind es insgesamt 42 Unfälle, dabei sind Schwerverletzte diejenigen, die ins Krankenhaus gebracht wurden:

Jahr Unfälle Schwerverletzte Leichtverletzte
2019 16 2 12
2020 11 2 8
2021 15 0 10

Bezogen auf die Tageszeit war 12 bis 18 Uhr am auffälligsten. Die Altersverteilung sah so aus:

5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 85 o.
3 7 3 3 4 5 3 9 4 4 8 5 5 5 4 2 1 7

Obere Zeile Jahre ab … Jahren, untere Zeile Anzahl der Beteiligten.
Die Summe inklusive der ohne Altersangabe ergibt 82, sodass zwei Unfälle ohne weitere Beteiligte passierten.

Ein Schwerpunkt von 12 der insgesamt 42 Unfälle (29 %) ereignete sich auf der Frankfurter Straße zwischen der Bahnlinie und dem Kreisel am Feuerwehrhaus. Das führte zu einer regen Diskussion um die Verkehrssituation auf der Frankfurter Straße. Es wird vermutet, dass jegliche Einschränkung des Autoverkehrs zu Entrüstungen bei den dort ansässigen Geschäften führen wird. Dennoch gab es viele Ideen, wie zum Beispiel das Experiment zu wagen, zwischen dem Parkplatz am Friedhof und dem an der S-Bahn-Station den Autoverkehr (abgesehen vom Lieferverkehr) gänzlich zu unterbinden. Als Zubringer könnte ein autonom fahrender Kleinbus pendeln. Auch eine Einbahnstraßen-Lösung wurde vorgeschlagen. Eine Teilnehmerin hatte ihrer Tochter verboten, mit dem Rad auf die Frankfurter Straße zu fahren, weil sie es als zu unsicher einstufte. Der dort markierte Fahrrad-Schutzstreifen entspricht schon lange nicht mehr den aktuellen Anforderungen bzw. die Kfz werden inzwischen viel zu nahe am Streifen geparkt, da einige Kfz zu breit für die farblich hervorgehobenen Parkflächen geworden sind. An anderen Stellen sind die Parkflächen schoSomit gibt es zu wenig bis keinen Abstand und die Radler müssen durch die "Dooring-Zone." (-> https://www.adfc-rodgau.de/dooring )

Auch das Volksbegehren zur Verkehrswende in Hessen war Thema. Roland hat sich die Bögen zur Unterschriftssammlung bestellt und angeboten, diese an Interessierte abzugeben. Sein Briefkasten in der Borsigstraße 27 in Heusenstamm ist zugleich Sammelstelle für Rückläufe. Er zitierte aus den Formulierungen: „Hessen braucht eine echte Verkehrswende, um eine gute Mobilität für alle, mehr Verkehrssicherheit, eine höhere Lebensqualität in Städten und Gemeinden und effektiven Klimaschutz zu verwirklichen. Dazu wollen wir den Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsarten – zu Fuß gehen, Radfahren, ÖPNV – auf mindestens 65 Prozent am gesamten Personenverkehr erhöhen.

Konkret fordert unser Volksbegehren für ein Verkehrswendegesetz in Hessen unter anderem:
• mehr Radwege und ein hessenweites Radwegenetz
• breitere Gehwege und Straßen, die zu Fuß sicher überquert werden können
• ein flächendeckendes Liniennetz, kürzere Fahrzeiten und höhere Frequenz für den Öffentlichen Verkehr
• höhere Verkehrssicherheit besonders auf Schulwegen
• mehr und attraktive Alternativen zum Autoverkehr in ländlichen Regionen
• eine bessere Verknüpfung von Informationen, Konzepten, Planung und Bau zur Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität“

Hierzu wurde angemerkt, dass Autos einfach zu viel Platz verbrauchen würden. Ein anderer Teilnehmer verwies auf Konstanz, das tolle Fahrradstraße habe. Auch die autofreien ostfriesischen Inseln kämen bei allen sehr gut an. Warum also nicht auch Autos bei uns zurückdrängen und die Lebensqualität erhöhen? Anstatt immer neue Konzepte zu entwickeln wäre es besser, mal mit der Umsetzung zu beginnen.

Bemängelt wurde die teilweise sehr schlechte Fahrrad-Infrastruktur zu einigen Nachbar-Gemeinden. Ein anderer Teilnehmer regte an, dass den Radlern und Autofahrern zur Orientierung mehr rote Markierungen helfen würden. Außerdem sollte das neue Schild der StVO „Überholverbot von einspurigem Verkehr“ aufgestellt werden. Es gäbe viele Maßnahmen, die Radlern helfen und wenig kosten. Darüber hinaus ist man gespannt auf die Verkehrsführung zur Anbindung der in Bau befindlichen neuen Grundschule neben der Polizeistation in Heusenstamm.

Roland Heidl ist auch weiter an Zumeldungen von kritischen Punkten für Radler interessiert, um diese noch in sein nächstes Update der Dokumentation „Fahrrad-freundliches Heusenstamm“ aufzunehmen. Er will dieses in den nächsten Wochen bei einem persönlichen Termin dem neuen Bürgermeister Steffen Ball übergeben. Außerdem wartet er immer noch auf die Rückmeldung aus dem Rathaus zu seiner ersten Dokumentation und des ersten Updates. Inzwischen sind fast fünf Monate vergangen und es hat sich nichts getan.

Vielleicht kann der nächste Radler Stammtisch Heusenstamm ja wieder live und persönlich stattfinden. Ein konkreter Termin ist aktuell noch nicht geplant.

Hier geht es zum Bericht der Offenbach-Post:
https://www.op-online.de/region/heusenstamm/fuer-eine-bessere-radler-zukunft-91415467.html

Bildergalerie

Übergang aus der Totalen

Übergang aus der Totalen

Copyright: Roland Heidl

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